24.01.2020
Wahlversammlung der Freien Wähler ein voller Erfolg!

Freie Wähler Ernsgaden wollen fraktionsübergreifend für das Wohl der Bürger eintreten

Die Freien Wähler Ernsgaden wollen die Interessen der Bürger "zielorientiert und fraktionsübergreifend" vertreten - das versprach Otto Breu als FW-Bürgermeisterkandidat am Freitag bei einer Wahlkundgebung im Gasthof Riedmeier.

FW-Landratskandidat Albert Gürtner und dritter Landrat Josef Finkenzeller gaben zunächst vor rund 50 Zuhörern einen kurzen Einblick in die Kreispolitik der Freien Wähler. Sie habe in Breu "einen erfahrenen Bürgermeisterkandidaten", bescheinigte Gürtner der Ortsgruppe, von der Finkenzeller gar als "FW-Hochburg im Norden" sprach. Beide stellten sich im Kampf gegen Fluglärm voll hinter die Gemeinde.

Die FW hätten in den vergangenen 30 Jahren sehr viel dazu beigetragen, den Ort "voran zu bringen", erklärte Breu, der die Zusammenarbeit im Gemeinderat und den scheidenden Rathauschef Karl Huber (CSU) mit Blick auf das Erreichte lobte. Nach der 24-jährigen "Ära Huber" liege die Messlatte "sehr hoch", er traue sich auf Grund seiner langjährigen Erfahrung im Gremium die Aufgabe aber zu und sei bereit "Verantwortung zu übernehmen".

Es gelte zunächst, die barrierefreie Wohnanlage ("das größte Projekt, das die Gemeinde je in Angriff genommen hat") umzusetzen, "faire" Vergaberichtlinien zu formulieren und darauf zu achten, "dass die Kosten nicht davon laufen". Breu wünschte sich zudem eine "rasche Umsetzung" der Pläne zum Kindergarten-Neubau und die "zeitige Suche" nach Fachpersonal.

"Neues anstoßen" - dazu zählte der Geschäftsführer im Vorruhestand den Aufbau einer Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter (ab 2025 haben Eltern darauf einen Rechtsanspruch) mit dem Bau geeigneter Räumlichkeiten. Nötig sei auch die Ausweisung von Baugebieten bemessen in erster Linie "nach dem Bedarf der Ernsgadener Bevölkerung".

Wachsende Einwohnerzahlen erforderten Investitionen in die Infrastruktur, so der Kandidat, der allein für diverse Maßnahmen im Bereich des Kanalsystems Kosten von "gut 1,5 Millionen Euro" anführte. Die Bürger müssten sich also auf eine Erhöhung der Kanalgebühren oder eine Sonderzahlung (die er bevorzuge) einstellen, sprach Breu ein weniger erfreuliches Thema an.

Dass Ernsgaden und Geisenfeld gemeinsam eine kommunale Infrastrukturgesellschaft mbH gründen wollen, um sukzessive ein Glasfasernetz aufzubauen, begrüßte der 62-Jährige. Hinsichtlich einer verschärften Lärmbelästigung der Gemeinde (durch das 2019 um 25 Prozent gestiegene Flugaufkommen und dem Vogelschutz geschuldete, neue Flugrouten), forderte er eine Lösung, die klar "Menschenrecht vor Tierrecht" stellt. Derzeit sei Ernsgaden nicht belastet, dennoch gelte es hinsichtlich des Schadstoffs PFC "das Grundwasser fortlaufend neu zu beproben, um Veränderungen frühzeitig zu erkennen", so Breu weiter.

Auf der To-Do-Liste der FW stehen überdies: der innerörtliche Straßenausbau inklusive Ertüchtigung der Beleuchtung, ein sicherer Fußgänger-Überweg im Bereich zwischen Bahn und Kriegerdenkmal sowie eine neue Parkplatzlösung am Bahnhof. Im Falle seiner Wahl will sich Breu für eine "noch bessere Unterstützung des Ehrenamtes", noch mehr Seniorenangebote und die Wiederbelebung der Dorferneuerung stark machen. Anregungen aus dem Publikum wie verbrauchsabhängige Kanalgebühren und eine Einbahnregelung für den Kapellenweg, versprach Breu zu prüfen. Klar Stellung bezog er aber gegen einen Verkauf der geplanten Wohnungen, weil die Gemeinde selber über die Mietvergabe entscheiden wolle. Abschließend stellte Ernst Schweiger, der ebenso wie Breu auch für den Kreistag kandidiert, die 18 Listenkandidaten für den Gemeinderat und das Wahl-Prozedere vor.