17.10.2019
Otto Breu tritt als Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl am 15. März 2020 in Ernsgaden an

Nach Rückzug von amtierenden Bürgermeister Karl Huber - Otto Breu tritt als Bürgermeisterkandidat zur Kommunalwahl am 15. März 2020 in Ernsgaden an.

Was das Amt des Gemeindechefs angeht, werden die Karten damit völlig neu gemischt. Sowohl bei der CSU als auch bei den Freien Wählern gibt es bereits einen klaren Favoriten für die Kandidatur: Hubert Attenberger und Otto Breu.

Ein ausgewiesener Verwaltungsfachmann als Bürgermeister: Für die kleine Gemeinde Ernsgaden war Karl Huber (CSU) ein Glücksfall - und dies sieht nicht nur sein eigenes politisches Lager so. Als der 62-Jährige am Dienstagabend, am Ende der Gemeinderatssitzung, seine Entscheidung bekanntgab, nicht für eine fünfte Amtsperiode anzutreten, bekundeten auch die Sprecher der beiden anderen Fraktionen ihr großes Bedauern. "Sein Entschluss bedeutet für Ernsgaden einen großen Verlust", sagt Otto Breu als Fraktionssprecher der FW, und so sieht es auch Alfred Plachta von der SPD/UW: "Wir waren sehr zufrieden mit ihm. "

Wäre Karl Huber ein weiteres Mal angetreten, dann hätte er - davon ist fest auszugehen - zum dritten Mal in Folge keinen Gegenkandidaten bekommen - mangels jeglicher Chancen für diesen. Jetzt stellt sich die Situation freilich völlig anders dar, zumal auch für Alois Schmelzer, der 24 Jahre lang Hubers "Vize" gewesen war, im kommenden Frühjahr Schluss sein wird. "Meine Entscheidung, kein weiteres Mal für den Gemeinderat zu kandidieren, ist ganz unabhängig von Karl Hubers neuer Ausrichtung gefallen", betont der 66-Jährige, der dem Gremium seit fast 42 Jahren angehört. Aber auch sonst steht der Ernsgadener Gemeinderat vor einem einschneidenden personellen Wandel.

So wird von der CSU-Fraktion neben Schmelzer wohl auch Ralf Galler aufhören, und von den drei amtierenden FW-Räten werden dem Vernehmen nach mit Franz Lembke und Erika Schwenderling zwei nicht mehr antreten. Nur bei der SPD/UW werden alle drei amtierenden Gemeinderäte wieder kandidieren, lässt Alfred Plachta als stellvertretender Fraktionssprecher wissen.

Dieser macht auch keinen Hehl daraus, dass es der SPD/UW lieber gewesen wäre, "wenn der Karl noch eine Periode drangehängt hätte". Dann hätte man die nächsten sechs Jahre Zeit gehabt, einen potenziellen Nachfolger aufzubauen. Jetzt müsse dies "hoppla hopp" gehen, und so beantwortet Plachta die Frage, ob denn die SPD/UW einen Kandidaten präsentieren werde, mit "Stand jetzt: eher nein".

Zwei Kommunalwahlen ohne eigenen Bürgermeisterkandidaten - dazu hatte man sich 2008 und 2014 bei den Freien Wählern durchgerungen, weil man gegen Karl Huber keinen bloßen Zähl-Kandidaten präsentieren wollte. Jetzt, wo alles wieder auf Null gestellt wird, will man wieder angreifen, lässt Otto Breu auf Nachfrage wissen.

"Wir werden mit einem Bürgermeisterkandidaten antreten, und wir haben auch bereits jemanden gefunden, der sich das zutraut", sagt der FW-Fraktionsvorsitzende . Und er bestätigt auf Nachfrage, dass es sich dabei um seine eigene Person handelt - zumal ja beide seiner Fraktionskollegen ihren Rückzug angekündigt haben. "Wenn ich nominiert werde, trete ich an", erklärte der langjährige Geschäftsführer eines Elektrohandwerksbetriebes gestern gegenüber unserer Zeitung. Otto Breu gehört dem Gemeinderat seit 2008 an und ist mit seinen 62 Jahren genauso alt wie die Person, die aller Voraussicht nach von der Ernsgadener CSU als Bürgermeisterkandidat ins Rennen geschickt wird.

Die Rede ist von Hubert Attenberger, Sohn von Karl Hubers Amtsvorgänger Franz Attenberger, der bis 1996 Ernsgadener Bürgermeister war. Der 62-jährige Elektromeister und Projektant, der dem Ernsgadener Gemeinderat seit 24 Jahren angehört, formuliert es auf Anfrage ähnlich wie Otto Breu: "Wenn mich die CSU aufstellt, stelle ich mich dieser Herausforderung gerne. "